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Interview mit Mohamed Abdel-Gaber

Freiwilliger im Bereich Administration als Digital Coach

Zur Person
Seit über zehn Jahren lebe ich in Zürich und fühle mich hier sehr wohl. Deshalb ist es mir ein Anliegen, mich in meinem direkten Umfeld aktiv einzubringen und etwas zurückzugeben. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich als Freiwilliger bei Pro Senectute Kanton Zürich, aktuell als Digital Coach. Beruflich bin ich ausgebildeter IT-Ingenieur und arbeite als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens.

Was bewegt dich dazu, dich freiwillig zu engagieren?
Als Digital Coach kann ich mein Wissen sinnvoll weitergeben. Ich sehe, wie schwer sich viele ältere Menschen mit den heutigen Technologien tun und wie entlastend es für sie ist, wenn ihnen jemand geduldig erklärt, wie ein Gerät funktioniert, wie sie E-Banking nutzen können oder wie sie sicher kommunizieren können. Das ist mein Beitrag zur Gesellschaft: direkt, konkret und auf Augenhöhe.

Warum engagierst du dich bei Pro Senectute Kanton Zürich und nicht bei einer anderen Organisation?
Pro Senectute richtet ihr Angebot gezielt an ältere Menschen; das hat mich von Anfang an überzeugt. Ich finde, es ist eine Art «Payback Time»: Es ist Zeit, etwas an eine Generation zurückzugeben, die viel geleistet hat. Zudem engagiere ich mich in der Nachbarschaftshilfe Kreis 5, unter anderem im Vorstand. Für mich ergänzen sich diese beiden Engagements ideal.

Was schätzt du am meisten am Einsatz als Freiwilliger?
Der direkte Kontakt mit Menschen. Es ist eine sehr persönliche und ehrliche Form des Miteinanders, die ohne Druck auskommt, aber von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Ich schätze die Dankbarkeit und die kleinen Momente, in denen man merkt, dass man wirklich geholfen hat.

Welche Fähigkeiten oder Erfahrungen konntest du durch dein Engagement weiterentwickeln bzw. gewinnen?
Ganz sicher meine Geduld und die Fähigkeit, Dinge einfach und verständlich zu erklären. Ich habe gelernt, mich auf unterschiedliche Menschen einzulassen und technisches Wissen alltagsnah zu vermitteln.

Hast du ein besonders schönes Erlebnis aus deinem Engagement, das du gerne mit uns teilen möchtest?
Nach einer Sitzung sagte mir einmal eine ältere Dame: «Ich habe mich endlich wieder sicher gefühlt, etwas Neues zu probieren.» Solche Sätze bleiben hängen, denn sie zeigen, dass es nicht nur um Technik, sondern auch um Selbstvertrauen und Würde geht.

Was würdest du einer Person raten, die darüber nachdenkt, sich freiwillig im Bereich Administration zu engagieren?
Einfach machen! Man muss kein Technik-Genie sein. Wichtig sind Offenheit, Geduld und die Bereitschaft, sich auf Menschen einzulassen. Die Freude, die man dafür zurückbekommt, ist unbezahlbar.

Hat sich deine Sicht auf das Älterwerden durch dein freiwilliges Engagement verändert? Wenn ja, inwiefern?
Ja, ich sehe heute, wie aktiv und lernbereit viele ältere Menschen sind, aber auch, wie schnell man im Alter Gefahr läuft, abgehängt zu werden. Durch meine Freiwilligenarbeit ist mein Respekt gegenüber dem Alter definitiv noch gewachsen.

Was möchtest du unseren Freiwilligen noch mit auf den Weg geben?
Bleibt offen, hört zu und unterschätzt nie die Kraft kleiner Gesten! Denn jede geschenkte Stunde kann für jemanden anderen einen echten Unterschied machen.