Jahresbericht 2025
Innovation und Verantwortung
Auch 2025 schenkten uns viele ältere Menschen im Kanton Zürich ihr Vertrauen. Ob in der kostenlosen Sozialberatung, in Bildungs- und Bewegungskursen, bei Alltagsunterstützung oder lokalen Aktivitäten – täglich zeigt sich, wie wichtig verlässliche Begleitung und soziale Teilhabe im Alter sind.
2025 war für Pro Senectute Kanton Zürich geprägt von grossem Engagement und wichtigen Entwicklungen. Aufgrund anhaltend defizitärer Bedingungen wurde Pro Senectute Home eingestellt. Diesen herausfordernden Entscheid begleiteten wir verantwortungsvoll und schufen dank einer sorgfältigen Übergangsphase tragfähige Anschlusslösungen. Gleichzeitig stärkten wir mit dem WHO-Programm ICOPE unsere Präventionsarbeit und zeigten in einer Pilotstudie, wie individuell abgestimmte Massnahmen die Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter fördern können.
ICOPE – Prävention für Selbstständigkeit im Alter
Selbstständig, gesund und sozial eingebunden – auch im hohen Alter: Dafür engagiert sich Pro Senectute Kanton Zürich. Mit dem Präventionsprogramm ICOPE der WHO setzen wir gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern auf einen innovativen Ansatz, um Einschränkungen im Alltag frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen.
Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter – doch mit den Jahren nehmen gesundheitliche Einschränkungen zu. Pro Senectute Kanton Zürich setzt deshalb auf frühe Prävention. Das WHO-Programm ICOPE (Integrated Care for Older People) stärkt gezielt körperliche und geistige Fähigkeiten, die Selbstständigkeit und Lebensqualität ermöglichen. Im Fokus stehen sechs Bereiche: Mobilität, Kognition, mentale Gesundheit, Sehen, Hören sowie Ernährung und Vitalität. Veränderungen werden früh erkannt und individuell begleitet. «ICOPE passt hervorragend zu unserem Auftrag, Menschen zu stärken, bevor Einschränkungen ihren Alltag bestimmen», sagt Véronique Tischhauser-Ducrot, Vorsitzende der Geschäftsleitung.
Ermutigende Pilotstudie
Mit dem Zentrum für Alter und Mobilität der Universität Zürich sowie der Universitären Altersmedizin Felix
Platter führten wir eine Pilotstudie durch. Über 1000 Personen wurden gescreent, 100 davon während sechs Monaten eng begleitet. Eine ICOPE-Nurse entwickelte mit den Teilnehmenden individuelle Massnahmen auf Basis bestehender Angebote. «Diese Begleitung zeigt, wie wichtig Vertrauen, Alltagsnähe und soziale Aspekte für erfolgreiche Prävention sind», betont Véronique Tischhauser-Ducrot.
Erkenntnisse und Ausblick
Die Studie stiess auf grosse Resonanz, erreichte jedoch vor allem gesundheitsbewusste Menschen. Künftig sollen auch weniger aktive und sozial isolierte Personen einbezogen werden. Zudem entstanden ein Schweizer ICOPE-Handbuch, ein Screening-Tool sowie ein Interventionsset. Die Ergebnisse fliessen in die Studie ICOPE-SWISS ein, die 2026 im Schweizer Campus für gesunde Langlebigkeit in Basel starten soll –
mit dem Ziel, ICOPE in der Schweiz nachhaltig zu etablieren.
Pro Senectute Home wird eingestellt
Mit der Einstellung der Spitexdienstleistung Pro Senectute Home per Ende 2025 richtet Pro Senectute Kanton Zürich den Blick auf ihren sozialen Kernauftrag. Im Zentrum standen eine verantwortungsvolle Begleitung aller Betroffenen sowie ein verlässlicher Übergang zur Partnerin Senevita Casa.
Das seit den 1990er-Jahren bestehende Angebot zur integrierten Unterstützung zu Hause war finanziell nicht mehr tragfähig. Als private Organisation erhält Pro Senectute Kanton Zürich deutlich geringere öffentliche Beiträge als kommunale Anbieter, während die Finanzierung der Grundpflege weiter sank. Trotz Effizienzsteigerungen war ein kostendeckender Betrieb nicht mehr möglich.
«Wir mussten anerkennen, dass die Rahmenbedingungen eine tragfähige Weiterführung nicht mehr zulassen – und dennoch die bestmögliche Lösung für Menschen und Mitarbeitende finden.»
Marcel Oertig, Stiftungsratspräsident
Verantwortungsvolle Umsetzung
Um Qualität und Arbeitsbedingungen zu sichern, wurde eine sozialverträgliche Übergangsphase gestaltet. Die Schliessung führt zwar zu einer Massenentlassung, doch umfassende Begleitmassnahmen mildern die Auswirkungen. Mit der Spitexanbieterin Senevita Casa konnte eine Partnerin gewonnen werden, die rund 185 Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitenden eine nachhaltige Perspektive bietet. Seit Januar 2026 ist eine nahtlose Weiterführung der Betreuung gewährleistet. Für einzelne Mitarbeitende ohne Anschlusslösung greift ein Sozialplan. Alle Betroffenen wurden transparent informiert und eng begleitet. «Unser Ziel war es, für alle Klarheit und Sicherheit zu schaffen – und das ist gelungen», sagt Véronique Tischhauser-Ducrot.
Betreuung bleibt zentral
Während die Pflegeleistung endet, bleibt die Sozialberatung ein Kernauftrag. Pro Senectute Kanton Zürich richtet den Fokus stärker auf soziale Arbeit, Beratung und alltagsnahe Unterstützung – in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Spitex, um sozialen und gesundheitlichen Bedürfnissen älterer Menschen weiterhin ganzheitlich gerecht zu werden.
2025 im Überblick
Rückblick 2025 – Dienstleistungen und Engagement
Unser Wirken im Rückblick
Jahresbericht 2021–2024
2024
- Webseite Jahresbericht 2024
- «Jahresbericht 2024 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
- «Jahresrechnung 2024 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
2023
- «Jahresbericht 2023 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
- «Jahresrechnung 2023 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
2022
- «Jahresbericht 2022 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
- «Jahresrechnung 2022 Pro Senectute Kanton Zürich» (PDF)
2021


















